Do

09

Apr

2009

Willkommen

Hier ist nun meine Seite.

Wer immer hierher gerät kann sicher sein das er etwas spannendes findet. Hauptsächlich werden das Dinge wie Gedichte, Geschichten, Musik und Bilder sein.

Denn das sind, neben einigen Menschen, die wichtigsten Dinge in meinem Leben.

Es steht natürlich jedem frei mir seine Meinung zu sagen. Ob positiv oder negativ spielt keine Rolle. Ich bin auch offen für jeden Verbesserungsvorschlag.

 

Aber jetzt erstmal viel Spaß mit DarkestVisions.

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Ein Fetzen Papier

Ein Fetzen Papier, ein Bleistift, erwartungsvoll liegen sie einträchtig auf dem alten Schreibtisch und warten darauf das er sie benutzt. Doch er schaut nur aus dem Fenster das direkt hinter dem Schreibtisch ist und diesen mit Sonnenlicht flutet.
Nicht nur das Papier und der Stift warten. Auch er selbst wartet, nur weiß er das er noch sehr lange warten wird, beinahe zu lang.
Eigentlich wollte er einen Brief schreiben, nichts Bedeutendes, nur ein Geschäftsbrief, nichts das etwas mit seinem warten zu tun hätte. Doch jetzt sitzt er schon über eine Stunde in dem braunen Ledersessel und schaut aus dem Fenster ohne wirklich etwas von der Welt davor zu sehen.
Er wartet.
Dabei ziehen ihn seine Gedanken immerwieder in die Vergangenheit. Es war inzwischen schon ein paar Wochen her, doch noch immer konnte er es fühlen. Noch immer spürte er die innige Umarmung ihres Abschieds, noch immer hörte er ihre Worte und noch immer erblickte er sie in allem was er sah.
Er versuchte nicht daran zu denken wie lange er noch würde warten müssen. Er wollte auch jeden Gedanken daran verdrängen das all das Warten vielleicht umsonst sein könnte.
Er wollte sich nicht vorstellen wie es wäre wenn er sie nicht wiedersieht.
Als er endlich den Brief geschrieben hatte war der Tag bereits gegangen und in dem Zimmer war nur das Licht einer Viktorianischen Lampe. Mit dem Wissen noch lange Wochen allein zu sein löschte er das Licht um schlafen zu gehen.
Einge Wochen ziehen ins Land, doch es ändert sich nichts. Noch immer scheint die Zeit unendlich langsam dahinsichend zu vergehen. Der geplante Termin verstrich, nichts geschah, kein Zeichen, keine Antwort auf seine Briefe.
Eines Morgens bemerkt er das es nun mehr fast ein Jahr ist in dem er nichts mehr von ihr hörte und er beschloß das Warten zu beenden, er wollte sein Leben weiterführen.
Wie jeden Tag kochte er Kaffee und während das Wasser heiß wird holt er die Post aus dem Postkasten vor dem Haus. Zunächst fällt ihm nichts besonderes auf, Rechnungen, Geschäftspost, Zeitung, wie jeden Tag. Er sitzt in der Küche mit seinem Kaffee und studiert die Post. Plötzlich rutscht zwischen den Briefen ein Zettel hervor.
Er hätte ihn beinahe nicht bemerkt. Doch als er ihn sah nahm er ihn verwundert in die Hand und las.
Auf dem Zettel stand: „Kommen sie heute Nachmittag, 15.30 Uhr zum Bahnhof, Bahnsteig 7."
Er wunderte sich und sofort kam ihm ein Gedanke der ihn den ganzen Tag nicht losließ. Konnte das sein, konnte der Zettel von ihr sein? Wer sollte es sonst sein? Er war gefangen zwischen Hoffnung und Zweifeln. Er wünschte sich so sehr das der Zettel von ihr sei. Dann war es 14.00 Uhr, er machte sich auf den Weg zum Bahnhof. Dieser lag zwar nur einige Minuten von seinem Haus, doch er wolle sich keinesfalls verspäten. Ungeduldig lief er am Bahnsteig auf und ab bis endlich der Zug einfuhr. Er war beinahe menschenleer.
Doch aus einer der Türen stieg eine Frau. Er traute sich kaum hin zu schauen, aber seine Hoffnung wurde erfüllt, sie war gekommen. Es war ihm völlig gleich wo sie so lange war, warum sie sich nicht meldete, warum sie sein Herz über ein Jahr so quälte. Sie versanken in einer unendlich langen Umarmug er war nicht fähig zu sprechen, da sagte sie lächelnd:" Wollen wir hier bleiben, oder gehen wir zu Dir?"
Daraufhin verließen sie den Bahnhof.
Inzwischen in ein angeregtes Gespräch vertieft überqueren sie eine Straße. Ein Lastwagen, keine 5m weg von ihnen – sie sehen ihn nicht, der Fahrer schaut auf einen Lieferschein, dann blickt er auf die Straße und sieht das Paar – zu spät. Bremsen quitschen, ein Teil der Ladung stürtzt auf die Straße als der Fahrer den Lastwagen herumreißt, dann ein dumpfer Aufprall und es wird dunkel. Als er wieder zu sich kommt sieht er sie unter einem weißen Tuch liegen dann bemerkt er das er seine Beine nicht fühlt, sie sind weg, die Ärzte können ihm nicht mehr helfen. Er weiß das auch er in wenigen Minuten tod sein wird, doch empfindet er keine Trauer. Er ist glücklich und denkt an sie.

Er weiß, gleich ist er ewig mit ihr vereint, sein Warten hat ein Ende.

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